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Fotos: Die Sache mit der Technik

Vor ein paar Tagen durfte ich für die Fundraising Akadamie fotografieren. Einen kleinen Stock für ein spezielles internes Thema. Beim Bearbeiten der Raw-Bilder am Tag später schickte ich dem geschätzten Kollegen und Akademie-Geschäftsführer Thomas Kreuzer ein paar Exemplare per Smartphone. Thomas rief mich zurück und sagte, dass sie ihm gefallen würden und gleichzeitig kam die vielen Knipsern bekannte Frage:

Du hast ´ne Nikon, oder? Was für denn für eine?

Und schon ging bei mir im Kopf ein Film los und ich stammelte, dass ich eine D700 nutzen würde. Die sei schon etwas älter, aber Vollformat und außerdem käme es ja nicht auf die Kamera sondern mehr auf die Objektive an. Und da würde ich meist mit 1,4er…. Und außerdem ist alles keine Frage der Technik.

STOP!

Warum Stop? Weil schon wieder das Bullshit-Bingo nach Blendenzahlen, ISO Angaben und bestimmt auch die Mega-Megapixel-Diskussion los gegangen wäre? Nein, das könnte man so meinen. Ist aber nicht der Grund.
Wer ein wenig die Angebote hier auf der Website verfolgt kann häufig ein Mantra von uns lesen: Fotografie ist keine Frage der Technik, sondern es spielen viele weitere Faktoren eine Rolle.

Aber stimmt das tatsächlich?

Ohne jetzt die gesamte Didaktik unserer Seminare umschmeißen zu wollen: Eigentlich ist die Aussage vollkommener Quatsch! Denn mal ehrlich. Ein iPhone kann keine D4s ersetzen, auch wenn viele hochkarätige Bilder im Netz uns dies glauben machen wollen. (Auch bei flickr gibt es wirklich ansprechende iPhone Bilder.) Und selbst der aktuelle Header meiner Website ist made by iPhone. Das ist aber alles nicht so einfach. Siehe auch das Bentley-Imagefilm Beispiel, das Tobi immer gerne erwähnt, in dem zig Tausende Euro zusätzlich zum iPhone in die Technik investiert wurde.

Und Lichtstärke eines Objektivs ist und bleibt einfach durch nichts zu ersetzen. Je höher die Lichtstärke, desto teurer das Objektiv und desto weniger stimmt unser Seminaransatz, alles möglichst preisgünstig lösen zu können. Wenn alles so easy wäre, warum schleppe ich dann eigentlich immer noch zig Objektive und einen monsterschweren Rucksack mit? (Jaja, ich höre sie schon, die Systemkamerafreunde. Alles könnte viel leichter sein. Und ja, ich lasse mich ja auch bald überzeugen, wenn es in der kommenden Zeit adäquate Vollformatsensoren in Systemkameras geben wird, dessen Bodys mir gleichzeitig einen Sucher als auch die Kompatibilität mit meinen über Jahre angeschafften Gläsern verschaffen. Aber diese Zeit wird kommen. Nikon, wach mal auf.)

Und dennoch macht alles einen Sinn.

Wenn man die Zielgruppen der nonprofitmedia.de Angebote anschaut, dann wird’s wieder rund. Wir reden von gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft. Diese stehen genau so im Wettbewerb und benötigen gutes Bild- und Videomaterial für Websites, Besucher und Veranstaltungen. Sie müssen stets die Balance halten, sich optimal zu präsentieren und gleichzeitig aber nicht die Vermutungen auslösen, viel Geld dafür auszugeben. Glücklich die, die das Knowhow und AUCH (!) die Technik inhouse an Bord haben. Also, es geht auch ohne große Technik, WENN man die Grundlagen drauf hat, weiß welche Bedeutung Licht hat, wie das mit der Bedienung der Kamera funktioniert und was ein Weißabgleich ist. Ein gutes optimal belichtetes und aufgebautes Bild mit einer kleinen Spiegelreflexkamera ist dann doch eben besser als ein “geknipstes” mit einer Vollformat Kamera. Die wenigsten Organisationen haben eben das Budget, sich einen perfekt ausgerüsteten Fotografen leisten zu können. Und da müssen sie mit den vorhandenen Bordmitteln klarkommen.
Das wollen wir vermitteln. Nicht mehr, nicht weniger.

tl;dr: So einfach ist das mit der Grundaussage nicht.

Die Sache mit der Technik ist nicht so einfach. Denn natürlich kommt es beim Fotografien und bei der Videoerstellung auch auf die Technik an. Aber gerade im Nonprofitbereich stehen die Ressourcen einfach nicht zur Verfügung und es muss trotzdem funktionieren.

Zu diesem Blogtext inspiriert hat mich übrigens der Paddy mit seinen wahren Worten.

Manche Dinge gehen übrigens doch kostengünstig ;-).

Veröffentlicht von

Maik

Maik Meid ist freiberuflicher Fundraising- und Kommunikationsberater für Nonprofits.

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