Film-App im Test

Eine der häufigsten Fragen in unseren Seminaren ist immer die Frage nach der passenden Technik. Gewöhnlich beantworte ich diese Frage mit einer Gegenfrage. “Wofür brauchen Sie es denn?”

Dann schieße ich direkt die nächste Frage hinterher: “Was für eine Technik haben Sie zur Verfügung?” Wenn’s gut läuft bekomme ich zwei Antworten und kann dann eine Empfehlung aussprechen. Und das ist oft gar nicht so einfach, denn gerade wenn es darum geht eine passende App für das Filmen mit dem Handy zu finden ist die Auswahl riesig.

Filmic Pro: Mein aktueller Favorit

Ich arbeite im Moment mit Filmic Pro. Kostet aktuell 7,99 Euro und hat mich aus verschiedenen Gründen überzeugt. Warum erkläre ich gleich, doch dazu muss ich kurz einen Schritt zurück gehen. Ich habe aus Bequemlichkeit und mangels Alternative relativ lange mit der vorinstallierten Foto- und Film-App meines iPhones gearbeitet. Und die Ergebnisse waren bei entsprechender Handhabung auch wirklich ganz ordentlich.

Eine Sache hat genervt.

Schärfe und Blende einfach definiert Tobias Dunkel
Schärfe und Blende einfach definiert

Die Standard-App hat die Eigenschaft pausenlos die Schärfe und Blende nachzuziehen und nachzuregulieren. Gerade bei etwas Bewegung der Kamera sieht der Film ganz schnell nach Homevideo aus. Nicht schön. Für das schnelle „ich halte mal drauf-Video“ geht das – allerdings ist das ja nicht der Anspruch, den ich oder unsere Teilnehmer verfolgen. Und da kommt Filmic Pro ins spiel. Die App erlaubt auf sehr einfachem Wege die Schärfe und die Blende zu definieren. Funktioniert ganz einfach: Man zieht das Quadrat einfach auf den Bereich im Bild, der scharf sein soll. Damit lässt sich eine überraschend gute Schärfentiefe. Wie bei der Standard-App tippt man einfach auf den Bereich, der Scharf sein soll. (Gut und einfach). Und jetzt wird es anders und besser: Bei der Filmic Pro-App hat man die Möglichkeit die Punkte zu fixieren. Dafür tippt man einfach auf die entsprechenden Symbole unten links am Bildrand. Dann werden das Quadrat (Schärfe) und die stilisierte Blende rot eingefärbt.

Doch die App kann mehr

Die App bietet zahlreiche Einstellungen Tobias Dunkel
Die App bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten

Filmic Pro stellt dem User noch weitere Informationen zur Verfügung. So zeigt der Arbeitsbildschirm den verbleibenden Akku, den noch nutzbaren Speicher und den aktuellen Audiopegel. Bis auf die Audiopegelanzeige alles nicht unbedingt nötig aber wie sagt man so schön: “Nice to have”. Daneben bietet die App zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, eine Bibliothek der bereits gedrehten Filme und auch ein paar Schnitt- und Bearbeitungsmöglichkeiten sind vorhanden. Alles ordentlich bedienbar und für die kurze Postproduktion geeignet.

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Tipp: Blende selbst setzen

Filmic Pro verfügt wie die meißten Apps über eine Blendenautomatik. Die funktioniert bei normalen Bedingungen ganz gut. Manchmal bei starken Kontrasten z.B. bei strahlendem Sonnenschein braucht jede Technik ein bisschen Hilfe. Vielleicht möchte der Filmende aber auch ganz bewusst einen Bildbereich hervorheben. Dann sollte man die Helligkeit selbst durch das Setzen der Blende definieren. Ein Beispiel:

Blende selbst definiert
Blende selbst definiert. Details im Raum sind zu erkennen.
Blendenautomatik - Details im Raum sind nicht zu erkennnen
Blendenautomatik – Details im Raum sind nicht zu erkennnen

 

Besonders beim bewegen und schwenken der Kamera macht es Sinn die Blende wie oben beschrieben zu fixieren. Grundsätzlich muss erwähnt werdem, dass das Filmen mit dem iPhone einfach und gut machbar ist. Allerdings kosten professionelle Kameras nicht umsonst ein paar tausend Euro. Die Optik eines Smartphones ist eben nicht vergleichbar mit der einer konventionellen Kamera.

Einfach einfach halten

Wenn Sie gute Ergebnisse mit dem Smartphone erzielen wollen, dann machen Sie es sich und dem Gerät einfach. Vermeiden Sie beim Dreh große Kontraste zwischen Schatten und Sonne. Wählen sie für ihren Film eine gleichbleibende Lichtstimmung. Entweder ganz in der Sonne oder ganz im Schatten. Außerdem sollten Sie Gegenlicht vermeiden. Keep it simple. Gleiches gilt für den Ton. Vermeiden sie Interviews an lauten Orten. Die sind ohne externes Mikro kaum zu machen.
Also dann:

Ich wünsche einen guten Dreh.

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